Tolino Shine HD im Test

Tolino Shine HD

 

Wie gut ist der Tolino Shine 2 HD?

Seit März 2013 leistet der Tolino Shine dem schier unbezwingbaren E-Book-Riesen Amazon Widerstand. Die ungewöhnliche Allianz zwischen der deutschen Telekom, Weltbild, Bertelsmann und Co. hat nun mit dem Tolino Shine 2 HD nachgelegt. Doch kann der Kronprinz mit der etablierten Kindle-Konkurrenz mithalten?

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2.8 von 5 Sternen(50 Stimmen)

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Wie kein Ei dem anderen

Rein optisch ähnelt der Tolino Shine 2 HD seinem Vorgänger kaum. Das matte Grau wurde gegen ein Mattschwarz getauscht und der Platz für die Handflächen am Geräteboden ist nun kleiner, was sich auch auf die Gesamtlänge auswirkt, die einen Zentimeter einbüßt. Man kann sagen, dass die Neuauflage des Tolinos dem Kindle äußerlich ähnelt. Dieser Trend zum Optik-Einheitsbrei erinnert an die Smartphones-Entwicklung.

Insgesamt etwas moderner als sein Vorgänger kommt der Tolino Shine 2 HD trotzdem daher. Von einer echten Schönheit kann man aber nicht sprechen. Sehr positiv ist die geriffelte Struktur auf dem Rücken des Neulings. Der neue Tolino ist dadurch deutlich griffiger als sein Vorgänger. Das Gewicht unterscheidet sich nicht wirklich, ist aber rund 20 Gramm geringer als beim Kindle Paperwhite.

Unter der Haube

Die Technik im Gehäuse des E-Readers ist identisch mit der des alten Tolinos. Alle Tolino-Reader (auch die Vision-Modelle), setzen auf einen 1-GHz-Prozessor, gepaart mit 512 MB Arbeitsspeicher. Die vier Gigabyte Speicher sind nicht erweiterbar, für einen E-Reader aber mehr als ausreichend. Kleiner Wehrmutstropfen: Nur die Hälfte des Speicherplatzes steht nach der Einrichtung für Bücher zur Verfügung.

Auf der Haube

Glänzen kann der Tolino Shine 2 HD beim Bildschirm. Das immer noch 6-Zoll große eINK-Display löst mit 1.448×1.072 Bildpunkten auf. Das ergibt eine hohe Pixeldichte von 300 ppi – das entspricht dem aktuellen Modell von Amazons Kindle Paperwhite. Der Unterschied zum Vorgänger (213 ppi) ist direkt sichtbar. Die Schrift ist gestochen scharf und begeistert.

Das stufenlos regelbare Beleuchtungssystem – ein großer Kritikpunkt beim Vorgänger – wurde ebenfalls generalüberholt. Das neue System überzeugt sofort mit Gleichmäßigkeit. Die maximale Helligkeit enttäuscht zunächst, lässt sich aber im Gerätemenü fast verdoppeln. Ein Warnhinweis rät allerdings davor ab. Selbst mit der versteckten Maximalhelligkeit ist der Tolino Shine 2 HD nicht ganz so hell wie der Kindle Paperwhite. In den meisten Situationen reicht die Helligkeit aber aus, zumal das Licht etwas natürlicher wirkt als bei der Kindle-Konkurrenz.

Bedienungsfreundlicher Verkäufer

Wer bereits einen Tolino besitzt, wird sich trotz neuer Firmware schnell heimisch fühlen. Auf dem Startbildschirm nehmen die Shop-Empfehlungen einen sehr großen Platz ein – leider sind diese nicht abschaltbar. Die Navigation per Touchscreen (Infrarot) läuft trotz gleicher Hardware sehr viel flüssiger als beim Vorgänger. Ghosting-Effekte wurden auf ein Minimum reduziert.

Die Menüstruktur ist insgesamt übersichtlich und intuitiv. Lediglich in den Einstellungen ist es für Tolino-Neulinge noch zu unübersichtlich. Die Bibliothek – das Herzstück des Tolinos – ist sehr gut gelungen und lässt nun auch das Blättern per Wischen zu.

In E-Books selbst ist die gewohnte Schriftanpassungsoption des Tolinos wieder mit von der Partie. Zeilenhöhe und Ränder lassen sich in drei Stufen verändern, die Schriftgröße in sieben Stufen. Im Gegensatz zum Kindle gibt es allerdings keine Vorhersage, wie lang man noch bis zum Kapitel- oder Buchende lesen muss. Dafür gibt es ein Wörterbuch für Übersetzungen und Definitionen. Das ist nett gemeint, aber beim Lesen noch zu umständlich, da jedes Wort einzeln markiert und der entsprechende Menüeintrag ausgewählt werden muss. Interessanter ist da die Lesezeichen-Option, wobei der Tolino sich auch merkt, wo Sie aufgehört haben zu lesen. Der PDF-Modus zeigt sich stark verbessert, kommt aber nicht im Ansatz an die flexiblen Möglichkeiten auf einem Tablet an. Ähnliches gilt für den eingebauten Android-Browser: Damit lässt sich ordentlich surfen, so richtig Freude kann aber nicht aufkommen. Zu langsam ist der Seitenaufbau, zu selten passt das Format.

Wo bekomme ich meine Bücher her?

Der Kaufort des Tolinos bestimmt nach wie vor, welcher Store auf dem Gerät installiert ist. Über Bibliotheks-Verknüpfungen können aber auch Bücher anderer Stores gekauft und geladen werden. Im Gegensatz zu Amazons E-Book-Reader unterstützt der Tolino das gängige E-Book-Format epub. So können Sie quasi überall E-Books kaufen und auf dem Tolino lesen – mit Ausnahme von Amazon und Apple. Gekaufte Bücher werden außerdem in der Cloud gespeichert. Hier stehen jedem Nutzer 25 Gigabyte zur Verfügung.

Fazit: Tolino Shine 2 HD im Test

Der Tolino Shine 2 HD ist ein ernstzunehmender Kindle-Paperwhite-Konkurrent. Alles was Amazons E-Reader kann, kann der Tolino auch. Meist ist der Shine 2 HD aber einen – wenn auch winzigen – Schritt hinter dem Bestseller von Amazon. Der große Vorteil bleibt nach wie vor, dass man sich mit dem Tolino aus den Kopierschutz-Fesseln befreit und nicht mehr auf den Amazon-Shop angewiesen ist. In diesem Sinn ist der Tolino ein gutes bis sehr gutes Gerät für E-Book-Freunde, die sich nicht auf Amazon beschränken wollen.

 

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Epub-Support
  • Sehr schnelle Reaktionszeit
  • Kaum Ghosting-Effekte
  • Brauchbarer Browser
  • 25 GB Cloud-Speicherplatz
  • Spürbare, aber noch moderate Wärmeentwicklung

 

Kurzvorstellung Shine 2 HD (kein Test)

 

 

(Bildquellen: Amazon, Tolino)

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