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Test: Der beste E-Reader für das Weihnachtsgeschäft?

Mit einem besonderen Beleuchtungssystem versucht der neuste eReader aus Deutschland, der Tolino Vision 4 HD, der etablierten Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen. Was das neue digitale Lesegerät noch so alles kann und ob sich der Kauf lohnt, verraten wir im Test.

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Smartlight – Killerfeature oder Blender?

Offensichtlich ist das sogenannte Smartlight das wichtigste Merkmal des neuen Tolino Vision eReaders, zumindest wenn man der Werbung glaubt. Die Tolino-Allianz (unter anderem Deutsche Telekom, Weltbild und Thalia) sucht die Unterschiede zum Amazon Kindle. Das Smartlight soll das Buchgefühl ein Stück weit realistischer werden lassen.

Doch warum geht es dabei genau? Mittlerweile hat ein eReader standardmäßig ein Beleuchtungssystem mit an Bord. Dadurch wird augenschonend das Lesen zu jeder Tageszeit ermöglicht. Das Problem: Die Beleuchtung bleibt immer gleich. Zwar lassen sich oft die Intensität bzw. die Helligkeit regulieren, aber mehr auch nicht. Genau hier setzt das Smartlight des Tolino Vision 4 HD ein. Es will eine natürlichere Beleuchtung schaffen, die der jeweiligen Tageszeit entspricht. Morgens leuchtet der neue Tolino weißer und kälter, abends wärmer und matter.

Das Ganze soll dem Biorhytmus des Menschen gut tun. Sogar die Jahreszeit berücksichtigt Smartlight. Natürlich kann aber auch der Nutzer selbst die optimale Beleuchtung für sich finden. Und genau hier überzeugt die neue Beleuchtung tatsächlich auf ganzer Linie. Sie wirkt außerordentlich lebendig, ist sehr variabel und bietet so jeder Leseratte ein Stück mehr Individualität.

Im Test war die automatische Anpassung der Lichts etwas gewöhnungsbedürftig, die manuelle Einstellung offenbart aber, dass die Beleuchtung des Tolino Vision 4 HD absolute Spitzenklasse bietet.

Sinnvolle Neuauflage?

Ein Blick auf das Gehäuse zeigt die Vorliebe des Tolinos für Beständigkeit. Das Gehäuse gleicht eins zu eins dem des Tolino Vision 2 und 3 HD. Etwas einfallslos wirkt diese Entscheidung schon, allerdings ist das Gehäuse nach wie vor gut. Es liegt wunderbar in der Hand, bietet eine gute Griffigkeit und ist nicht zu schwer. Mit 175 Gramm ist der neue Tolino rund 20 Gramm leichter als der neuste Kindle Paperwhite. Lediglich optisch sind des Tolinos neue, alter Kleider etwas angestaubt.

Mit dem gleichen Gehäuse hat sich auch einiges anderes vom Vorgängermodell gehalten. Der sechs Zoll Bildschirm etwa, der insgesamt auf dem sehr guten Niveau des Tolino Vision 3 HD liegt. Die 300 PPI (1448×1072px) wirken nach wie vor gestochen scharf und insgesamt spielt das Display qualitativ im Spitzenbereich der eReader mit. Er liefert ein leicht besseres Bild als der Kindle Paperwhite, muss sich aber höherpreisigen Amazon eReadern wie dem Kindle Oasis oder dem Kindle Voyage geschlagen geben – trotz insgesamt besserer Beleuchtung.

Die übrige Hardware hat sich nicht verändert. Immer noch werkeln im Inneren ein 1-GHz-Prozessor und 512 MByte Arbeitsspeicher. Für einen einfachen eReader ist das genug Power. Allerdings verhindert die limitierte Hardware auch die Verwendung des eReaders in anderen Bereichen (zum Beispiel als Tablet). Allerdings ist dieses Problem auch nicht Tolino-exklusiv. Amazon fährt hier eine ähnliche Strategie.

Positiv ist die Verdopplung des internen Speichers von vier auf acht Gigabyte. Der freie Speicherplatz ist sogar fast drei Mal so hoch. Allerdings ist der alltägliche Nutzen hier gering, denn kaum jemand benötigt derart viel Speicherplatz auf einem eReader.

Wie der Vorgänger ist auch der Tolino Vision 4 HD staub– und wasserfest. Eine Nano-Versiegelung stellt sicher, dass der neue Tolino 30 Minuten in einer Tiefe von einem Meter übersteht – solange es sich um Süßwasser handelt.

Der Star ist der Bildschirm

Ein guter E-Reader steht und fällt mit der Qualität des Bildschirms. Und hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger auch am meisten getan. Mit 1448×1072 Pixeln löst es nicht nur deutlich höher auf. Viel wichtiger: Die neue Pixeldichte von 300 ppi hebt den E-Reader auf ein neues Level. Das Bild ist deutlich kontrastreicher als bisher. Die Schrift ist nun viel klarer, einzelne Pixel lassen sich nicht erkennen. Insgesamt liegt die Qualität des Bildschirms fast genau auf der des aktuellen Kindle Paperwhite.

Die Beleuchtung war bis jetzt immer der Knackpunkt bei den Tolino-Geräten. Mit dem Vision 3 HD ist damit nun Schluss. Nicht nur bei der Maximalhelligkeit (die sich per Menü noch weiter erhöhen lässt), glänzt der Tolino-Reader mit stärkeren Werten als die Kindle-Konkurrenz. Vor allem die gleichmäßige, angenehme Beleuchtungsqualität liegt eher auf dem Niveau des Premium E-Readers Kindle Voyage. Das warme, sehr angenehme Licht ist für die Augen beim Nachtlesen ein großer Vorteil.

Komfortables Leseerlebnis

Weg von dem Innenleben und hinein in den Lesespaß. Tolino-Kenner finden sich in der Benutzeroberfläche schnell zurecht. Die neue Firmware überarbeitet zwar auch die Struktur des Menüs, aber das nur moderat. Optisch und in der Bedienung hat sich wenig bis nichts getan. Die Nutzerfreundlichkeit ist nach wie vor hoch. Auch Neulinge dürften mit der Navigation und der niedrigen Klicktiefe zufrieden sein. Bedient wird hautsächlich über den kapazitiven Touchscreen, der gut reagiert. Der sensorische Home-Button ist nach wie vor erhalten geblieben – eine sinnvolle Entscheidung.

Diverse Schriftarten, Übersetzungshilfen und ein PDF-Reader runden das gute Leseerlebnis an. Ein interessantes Feature nennt sich „tap2flip“. Ein einfaches Klopfen auf der Rückseite genügt, um die jeweilige Seite zu wechseln. Zwar erwies sich diese Eigenschaft im Test manchmal als hakig, hat man die Bedienung aber einmal gelernt, ist es eine schnelle und einfache Möglichkeit des Umblätterns. Allerdings wären seitliche Tasten, wie sie etwa der Kindle Voyage mitbringt, die noch bessere Alternative gewesen.

Gelesen werden können dank ePub-Unterstützung fast alle E-Books. Neben dem voreingestellten E-Book-Shop (wird durch den Kaufort bestimmt), können E-Books in allen anderen Shops außer bei Amazon direkt und im Apple-Store gekauft werden.

Fazit: Test Tolino Vision 4 HD

Tatsächlich erweist sich das Tolino Smartlight-System als sinnvolle Neuerung. Das neue Beleuchtungsfeature dürfte in Zukunft auch bei anderen eReadern zum Einsatz kommen. Ansonsten halten sich die Neuerungen des Tolino Vision 4 HD in Grenzen. Allerdings handelte es sich bei dem Vorgänger auch um einen der besten eReader auf dem Markt. Für rund 180 Euro ist der Tolino damit ein zwar teurer, aber auch sehr guter eReader.

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Sinnvolle Weiterentwicklung des Vision HD 3
  • Voller Epub-Support
  • Toller und gestochen scharfer Bildschirm
  • Innovative Beleuchtung
  • „Tap2Flip“, einfaches Umblättern per Klopf-Funktion
  • 8 GByte Speicher
  • Wasserfest
  • Im Vergleich etwas hoher Preis

 

Weitere Bilder und noch mehr Detailinformationen in Kürze

Kurzvorstellung Tolino Vision 4 HD (kein Test)

 

(Bildquellen: Tolino, Amazon, eigene)

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