E-Book-Reader-Rückblick und Zeitleiste

E-Book-Reader-Rückblick und Zeitleiste

Vom Sony Discman bis zum Kindle Oasis:
Die E-Book-Reader-Meilensteine

Wann erschien noch gleich der Kindle Paperwhite? Was konnte der erste Tolino nicht? Um Ihnen den Überblick über die teils verwirrenden Modellvarianten zu erleichtern, haben wir die gängigsten Modelle auf einer Zeitleiste aufgereiht. Zusätzlich wurde die Liste um wichtige Meilensteine der E-Book-History ergänzt.

Meilensteine der E-Reader-Entwicklung (animierte Zeitleiste)

Erstes „elektronisches“ Buch

Januar 1990

Erstes „elektronisches“ Buch

Sony stellte 1990 das erste Gerät vor, dass man mit einigem Wohlwollen als E-Book-Reader bezeichnen kann. Der Data Discman konnte Lern-CDs abspielen und deren Inhalte auf einem LCD- Bildschirm anzeigen. Wie viele Gadgets dieser Zeit floppte das Gerät grandios.

E-Ink wird gegründet

Januar 1997

E-Ink wird gegründet

1997 wird die Firma E-Ink gegründet; sie wird die zum Erfolg der E-Book-Reader unabdingbare Technologie entwickeln, die bald als „elektronische Tinte“ bekannt wird. Damit wird es erstmals möglich, Texte auch im prallen Sonnenlicht mühelos zu lesen.

Sony Librie: Der erste ernsthafte E-Book-Reader

März 2004

Sony Librie: Der erste ernsthafte E-Book-Reader

Zwar hatte es auch schon vorher E-Book-Reader gegeben, doch bringt mit Sony mit dem Librie den ersten wirklich ernsthaften Reader auf den Markt. Der Reader setzt auch zum ersten Mal auf die Technik der „digitalen Tinte“ des US-amerikanischen Herstellers E-Ink. Für knapp 300 Euro war der progressive Reader aber vielen Anwendern zu teuer. (Die Pressemeldung ist übrigens noch heute im Original bei Sony zu finden)

Kindle

November 2007

Kindle

Der „Ur“-Kindle erschien am 19. November 2007 bei  Amazon USA – er war in weniger als sechs Stunden ausverkauft. Das erste Gerät kostete knapp 400 US-Dollar und verfügte damals schon über einen integrierten Lautsprecher. Bis heute ist der Ur-Kindle der einzige Amazon-Reader, der via SD-Karte mit mehr Speicher versehen werden kann. Fans in Deutschland warteten allerdings vergeblich: Der Kindle 1 erschien hierzulande nie.

Kindle 2 – erstmals in Deutschland

Februar 2009

Kindle 2 – erstmals in Deutschland

Das Nachfolgemodell erschien knapp 15 Monate nach dem Ur-Kindle: Der Kindle 2 kostete Anfang 2009 rund 360 US-Dollar, später nur noch 260 Dollar. Das Gerät war zudem deutlich dünner, schneller beim Seitenaufbau und hielt länger durch. Einige Monate später wurde es durch eine leicht modifizierte, internationale Version ersetzt. Diese war auch die erste, die in Deutschland zu haben war. (Im Bild ist das kleine Gerät ein Kindle 2, das große ein Kindle DX)

Kindle DX

Mai 2009

Kindle DX

Mit einem deutlich größeren Bildschirm ging der Kindle DX im Mai 2009 ins Rennen. Der Reader sollte es leichter machen, Zeitungen und Zeitschriften unterwegs zu lesen; erstmals wurden auch PDF-Dateien unterstützt. Obwohl der Kontrast weiter verbessert wurde, blieb der „große“ Kindle ein Nischenprodukt und verschwand bald wieder vom Markt. (Im Bild ist das kleine Gerät ein Kindle 2, das große ein Kindle DX)

Kindle 3 („Kindle Keyboard“)

Juli 2010

Kindle 3 („Kindle Keyboard“)

Die dritte Kindle-Generation hieß hierzulande auch „Kindle Keyboard“ – Amazon selbst nannte die meisten Geräte schlicht „Kindle“, ohne nähere Angaben zu machen. Bei einem Preis von weniger als 140 US-Dollar wurde der Reader zum Renner und war auch in Deutschland ein Kassenschlager. Viele Kindle-Nutzer machten mit diesem Reader ihre ersten Erfahrungen.

Kindle 4

September 2011

Kindle 4

Zum mittlerweile fast jährlichen Update der Kindle-Modelle präsentierte Amazon 2011 erstmals zwei Geräte. Bei beiden entfiel die Tastatur, was die Produktionskosten verbilligte.

Der Kindle 4 besaß ein Steuerkreuz und Druckknöpfe, war leichter als die Vorgängermodelle und mit knapp 100 Euro hierzulande konkurrenzlos billig. Der Kindle Touch besaß erstmals einen Touchscreen wie von Smartphones bekannt; in Deutschland war das Gerät ab April 2012 für knapp 130 Euro verfügbar

Kindle Touch

Oktober 2011

Kindle Touch

Kindle Fire

November 2011

Kindle Fire

Dem boomenden iPad und Android-Tablets setzte Amazon 2011 einen „Kindle Fire“ entgegen. Trotz des ähnlich klingenden Namens ist der Fire ein komplett anderes Gerät: Es handelt sich um einen Tablet-PC, der einen Computer-Bildschirm hat und vor allem für die Wiedergabe von Filmen geeignet ist. In Deutschland startete das dann leicht verbesserte Gerät erst im September 2012.

E-Book-Boom

November 2011

E-Book-Boom

Erstmals verkaufte Amazon nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2011 mehr elektronische als gedruckte Bücher – zumindest auf dem internationalen Markt. Schon ein Jahr zuvor hatten die E-Books Taschenbücher überholt. Für den deutschen Markt gibt es bis heute allerdings keine genauen Zahlen von Amazon und natürlich wird dabei auch der stationäre Buchhandel nicht erfasst.

Kindle 5

September 2012

Kindle 5

Wiederum rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft präsentierte Amazon im September 2012 zwei neue Geräte. Der Kindle 4 wurde durch ein fast baugleiches Einstiegsmodell ersetzt (Kindle „5“). Der Rahmen war nun schwarz statt grau, der Kontrast etwas besser und der Preis niedriger (ca. 80 Euro).

Kindle Paperwhite

September 2012

Kindle Paperwhite

Viel wichtiger aber war die Vorstellung des zweiten Gerätes: Der „Paperwhite“ (zu deutsch: papierweiß) markierte den endgültigen Durchbruch der E-Book-Reader. Zum Preis von zunächst 120 Euro lieferte der Kindle ein exzellentes Bild, eine eingebaute Hintergrundbeleuchtung sowie viel Speicher und eine lange Akkulaufzeit.

Tolino Shine: Konkurrenz aus Deutschland

März 2013

Tolino Shine: Konkurrenz aus Deutschland

Im März 2013 bekam Amazon Konkurrenz aus deutschen Landen: Eine Allianz aus Buchhändlern und der Telekom wagte den späten, aber immer noch mutigen Schritt einer kompletten E-Book-Reader-Eigenentwicklung. Mit Erfolg! Zwar litt der erste Tolino Shine noch unter einigen Schwächen, doch fand er aufgrund des offenen Charakters (man kann Bücher aus verschiedenen Shops und sogar den deutschen Bibliotheken nutzen) schnell Freunde – nicht nur in Deutschland.

Kindle Paperwhite 2

September 2013

Kindle Paperwhite 2

Nach dem enormen Erfolg des Paperwhite beschränkte sich Amazon im Folgejahr 2013 auf Detailverbesserungen. Der Paperwhite der zweiten Generation erhielt einen besseren Bildschirm, der von Amazon „E-Ink Carta“ genannt wurde. Außerdem wurde das Gerät schneller und leichter. Der Preis blieb vorerst unverändert bei knapp 130 Euro für das günstigste Modell. Nach einigen Monaten erhielt der Paperwhite 2 mehr Speicher. Erstmals brachte auch die Software nennenswerte Neuerungen: Neben einem Vokabeltrainer war es vor allem „Pageflip“, eine Funktion zum schnelleren Umblättern.

Tolino Vision

April 2014

Tolino Vision

Mit dem Tolino Vision wurden einige Schwächen des Shine beseitigt; vor allem das Design des Gerätes war nun viel gefälliger, die Bedienung deutlich leichter. Kritisiert wurde von Testern die Tatsache, dass nach dem Umblättern häufig noch Artefakte der Vor-Seite zu erkennen waren („Ghosting“).

Kindle 7

September 2014

Kindle 7

Das neue Einstiegsmodell Ende 2014 war ein Kindle der siebten Generation, der im Wesentlichen dem älteren Kindle Touch entsprach. Die Steuerknöpfe verschwanden und das Gerät konnte per Touchscreen gesteuert werden. Außerdem hielten kleinere Verbesserungen Einzug. Der auch als „Basis-Kindle“ vermarktete Reader ist bis heute (das aktuelle Einstiegsmodell, es kostet knapp 70 Euro, zum Test des Touch geht es hier.

Kindle Voyage mit Problemen

Oktober 2014

Kindle Voyage mit Problemen

Den Erfolg der Kindle-Paperwhite-Modelle wollte Amazon mit dem Kindle Voyage (zum Test) fortschreiben. Doch es kam anders. Zwar markiert das Gerät dank zahlreicher Neuerungen einen Meilenstein bei den E-Book-Readern; der Bildschirm beispielsweise ist mit 300 ppi bis heute der am höchsten aufgelöste! Doch führten anfängliche, massive Qualitätsprobleme dazu, dass das Gerät bei den Käufern durchfiel.

Kindle Paperwhite 3 – Bestseller bis heute

Juni 2015

Kindle Paperwhite 3 – Bestseller bis heute

Die Probleme des Voyage versuchte Amazon mit einem renovierten Paperwhite 3 2015 in Vergessenheit geraten zu lassen. Der jüngste und heute aktuelle Paperwhite entspricht weitgehend dem viel teureren Voyage. So hat beispielsweise der Bildschirm nahezu sämtliche Vorzüge des Voyage erhalten und löst mit erstaunlichen 300 ppi auf. Lediglich Komfortmerkmale wie die „Pagepress“-Sensoren bleiben jedoch dem Oberklasse-Voyage vorbehalten. Zum Test des aktuellen Paperwhite gelangen Sie hier.

Tolino Shine 2 HD

Oktober 2015

Tolino Shine 2 HD

Neben dem Top-E-Book-Reader Vision behielt die Tolino-Allianz die etwas preiswertere Shine-Reihe bei – vergleichbar ungefähr mit den Amazon-Modellen Voyage und Paperwhite. Der Zusatz HD weist beim Shine 2 (Test) auf den deutlich verbesserten Bildschirm hin, der nun mit 1.448 x 1.072 Pixeln aufgelöst ist (300 ppi). Übrigens: Einen Tolino Shine ohne „HD“ gibt es nicht, auch wenn man das bei dem Namen annehmen könnte.

Tolino Vision 3 HD

Oktober 2015

Tolino Vision 3 HD

War der erste Tolino Vision noch eine Weiterentwicklung des Tolino Shine, so ging die Allianz später dazu über, beide Modellreihen nebeneinander weiterzuentwickeln. Der Vision 3 HD (zum Test) steht dabei ähnlich wie bei Amazon der Voyage für das besser ausgestattete, aber auch teurere Oberklassemodell. Wie sein Vorgänger, der Vision 2, ist auch der Vision 3 HD bis zu einem gewissen Grad wasserdicht und erlaubt das komfortable Umblättern per Druck auf eine Taste auf der Rückseite (“tap2flip“). Der Bildschirm entspricht dem des Tolino Shine 2 HD.

Kindle Oasis: die neue Referenz

April 2016

Kindle Oasis: die neue Referenz

Der Kindle Oasis kam im Frühjahr 2016 auf den Markt – er markiert gleichzeitig eine neue Klasse. Während die meisten E-Book-Reader kaum mehr als 100 Euro kosten, will Amazon für den Oasis knappe 300 Euro haben – dafür gibt’s dann eine stylishe Hülle, die gleichzeitig als Akkubank fungiert. Dennoch war das Feedback durchwachsen; neben dem Preis bemängelten Tester auch den vergleichsweise schwachen Akku (ohne Hülle) – übrigens auch wir in unserem Test.

Tolino Vision 4 HD

November 2016

Tolino Vision 4 HD

Die Tolino-Allianz schläft nicht und bringt im November 2016 rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft einen tollen Reader mit vielen Innovationen. Im Test überzeugt der Neue und sichert sich auf Anhieb einen Platz auf dem Treppchen – für den Oasis reicht es aber noch nicht, aber der ist ja auch viel teurer.

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Siehe auch: E-Book-Reader-History

Bilder: Wikipedia, Jon ‚ShakataGaNai‘ Davis, Lizenz: CC BY 3.0, Wikipedia, NotFromUtrecht, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Wikipedia, CrazyD, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Wikipedia, Webysther 201503211355180636, Lizenz: CC BY-SA 4.0; By http://www.ebook-reader-vergleich.de [CC BY-SA 3.0 de], Lawrie in der Wikipedia auf Englisch [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons, außerdem: (c) Amazon, Sony, Tolino, Eigene, mehr s. Bildnachweise