Kindle 2 Paperwhite 2013

Kindle 2 Paperwhite 2013 mit Haenden

 

Wie gut ist der Paperwhite der zweiten Generation?

Modernste Technik und einfache Bedienung. Damit will Amazons Kindle Paperwhite punkten. Doch kann die Bildschirmbeleuchtung den digitalen Lesespaß wirklich bereichern? Kann der Paperwhite fehlende Features wie den Audio-Support wettmachen? In unserem Kindle-Paperwhite-Test klären wir, wie sich der „papierweiße“ E-Book-Reader in der Praxis schlägt.

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4.6 von 5 Sternen(4540 Stimmen)

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Lieferumfang und erster Eindruck

Wer bereits einen anderen Kindle hat, dem wird der Lieferumfang des Kindle Paperwhite vertraut erscheinen. Neben dem Gerät selbst, finden wir eine kurze Bedienungsanleitung (eine etwas umfangreichere Anleitung ist direkt auf dem Kindle) und wichtige Produktinformationen, jeweils in dutzenden Sprachen. Nur ein USB-Kabel ist noch Teil der Lieferung. Insgesamt ist der Lieferumfang spartanisch bis mangelhaft.

Die Optik macht zunächst einen vertrauten, wenn auch einen etwas wertigeren Eindruck als die Vorgänger. Das klassische schwarz mit dem eingelassenen Kindle-Schriftzug auf der Rückseite wirkt durchaus edel. Die größte Neuerung ist auf den ersten Blick die Knopffreiheit. An der Front steht dort, wo beim Kindle Touch die Home-Taste war, lediglich Kindle. Am unteren Rand finden wir einen bekannten Ein/Aus-Schalter sowie eine MicroUSB-Anschluss. Auf Umschalttasten am Rand hat Amazon diesmal verzichtet. Hält man den Kindle Paperwhite das erste Mal in der Hand, fühlt er sich durchaus wertig an. Gewohnte Kindle-Qualität könnte man sagen. Bezüglich Größe und Gewicht orientiert sich der Kindle Paperwhite am Kindle Touch. Das Gewicht ist auf Taschenbuchniveau, allerdings ist der Kindle 4 eReader doch deutlich leichter.

Mehr Schriftarten an Bord.

Mehr Schriftarten an Bord.

Der Kindle Paperwhite liegt griff-fest in der Hand. Auch wenn es sich nicht um einen Glanz-Look handelt, ist das Material durchaus anfällig für unschöne Fingerabdrücke. Von Werk aus ist der Kindle-Akku halb geladen, eine vollständige Ladung vor Gebrauch empfiehlt sich, und dauerte in unserem Fall rund 90 Minuten. Ebenfalls Kindle-üblich ist das Laden mit dem mitgelieferten Zubehör nur per PC möglich, für das Aufladen per Stromanschluss ist ein handelsüblicher USB-Adapter nötig.

Beleuchtung des Kindle Paperwhite

Ein Klick auf den Power-Knopf und schon geht es los. Die Beleuchtung geht an, und der Bildschirm erstrahlt in dezentem weiß. Ersteindruck: angenehm, besser als die Vorgänger. Es folgt der Kindle Installations-Ritus, bestehend aus dem Einrichten des WLANs und der Verknüpfung des Amazon-Kontos. Dann erwartet uns ein Tutorials à la „Erste Schritte“. Hier gibt es nichts zu meckern. In verständlicher Sprache und praktischen Bildern wird dem Benutzer die Bedienung seines neuen Gerätes erklärt. Gerade für Neulinge ist diese Anleitung ein Muss und erleichtert den Einstieg immens.

Nach insgesamt rund fünf Minuten sind die Einrichtung und das Tutorial abgehakt und wir befinden uns auf dem Startbildschirm, der von Werk aus zur Hälfte mit Werbung in Form von Buchempfehlungen gefüllt ist. Glücklicherweise lässt diese sich in den Optionen (allerdings erst mit dem neusten Kindle-Update) deaktivieren (Einstellungen -> Geräteoptionen -> Persönliche Einstellungen -> Haken bei Empfohlene Inhalte wegmachen). Erfreulicherweise bietet der neue Kindle nun eine Cover-Ansicht, ähnlich wie auf Tablets, die optisch einen hervorragenden Eindruck macht. Allerdings darf auch auf die gewohnte Listenform zurückgegriffen werden.

Stark verbesserte Bedienung

Zunächst die Entwarnung: Auch ohne Tasten lässt sich der Kindle prima bedienen. Einfach und übersichtlich ist die Navigation zu jedem Zeitpunkt. Der Startbildschirm erinnert an eine weiter entschlackte Version des bekannten Kindle Touch Homescreens. Kindle-typisch gibt es keine allzu verschachtelten Menüs. Bereits vom Startbildschirm sind alle zentralen Punkte und Menüs erreichbar. Zwei weitere Punkte verbessern die Bedienung im Vergleich zum Vorgänger signifikant. Der Touchscreen reagiert schneller und genauer. Auch Wischgesten beherrscht der Kindle Paperwhite dank kapazitivem Touchscreen.  Vor allem aber der beschleunigte Seitenaufbau führt zu einer befriedigenden und beschleunigten Bedienung. Dank verschiedener, neuer Schriftarten lässt sich ein Buch nun genauer an die persönlichen Lese-Präferenzen anpassen.

Ganz besonders toll finden wir die eingebaute Cloud-Verbindung. Der Zwischenschritt, den man benötigte um Bücher aus seinem Online-Archiv zu holen, fällt nun weg. Auf dem Startbildschirm ist die Cloud bereits verlinkt, ein weiterer Klick auf ein Buch in der Cloud startet bereits den Download und in der nächsten Sekunde ist es bereits auf dem Kindle. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Hier hat sich Amazon wirklich ein Lob verdient.

Der Bildschirm

Das Schriftbild war immer die Stärke der Kindle-Familie. Der Kindle Paperwhite baut diese Stärke noch aus. Das Bild wirkt noch etwas klarer, auch wegen der erhöhten Pixeldichte. Der erwähnte schnellere Seitenaufbau ist ein weiterer Pluspunkt für das Display.

Die Beleuchtung ist eine echte Bereicherung. Mehrere LEDs am Geräterand sorgen dafür, dass Licht auf das Display geworfen wird. Es handelt sich nicht um eine Hintergrundbeleuchtung wie bei Tablets, sondern um eine direkte Bestrahlung wie bei einer Lampe. In 24 Stufen regelbar, lässt sich für jede Situation die richtige Beleuchtung finden. Leider lässt sich das Licht nicht ganz ausschalten, aber auch bei direktem, starkem Licht stört sie nicht. Der Bildschirm wird nicht 100% gleichmäßig ausgeleuchtet. Am unteren Rand gibt es ein paar Millimeter, die merklich dunkler sind. In der Praxis macht das allerdings nichts aus und schränkt den Leser in keiner Weise ein. Am Ende bleibt nur Lob für den Bildschirm übrig. Das kristallklare Schriftbild ist der Star des Kindle Paperwhite.

Was hat sich sonst noch getan?

Kindle 4 eReader im Vergleich mit dem Kindle Paperwhite

Kindle 4 eReader im Vergleich mit dem Kindle Paperwhite

Der Beta-Browser wurde nicht weiterentwickelt. Es ist mehr als fraglich, ob Amazon mit der Einführung des Kindle Fire überhaupt noch daran interessiert ist. Trotzdem macht Surfen viel mehr Laune, als noch auf dem Kindle Touch oder dem Kindle eReader. Der primäre Grund dafür ist der schnellere Seitenaufbau.

Die Social Media-Anbindung wurde weiter ausgebaut. Es ist nun einfacher, seinen Facebook oder Twitter-Account mit dem Kindle zu verknüpfen. Sogar einen extra Button gibt es in jedem Buch für eine Weiterempfehlung in Sozialen Netzwerken, der allerdings für die meisten Nutzer nicht mehr als Platzverschwendung sein dürfte.

Schmerzlich vermissen wird der ein oder andere die gestrichene Audio-Funktion. Nicht nur um die wegfallende Unterstüzung für Hörbücher ist es schade. Bereits funktionierende Features wie Text-to-Speech sind nun nicht mehr möglich. Musikwiedergabe selbstverständlich auch nicht. Hier sammelt der Kindle Paperwhite Minuspunkte.

Kein Audioausgang auf der Unterseite des Kindle Paperwhite. Auch Lautsprecher fehlen.

Kein Audioausgang auf der Unterseite des Kindle Paperwhite. Auch Lautsprecher fehlen.

Der fehlende Speicher (Amazon hat den internen Speicher gegenüber dem des Kindle Touch halbiert) ist dagegen kein Problem. Dank der besseren Cloud-Anbindung (für Bücher gibt es in der Amazon-Cloud unbegrenzten Speicherplatz) kommen hier so schnell keine Platzprobleme auf. Das X-ray-Feature wird weiterhin nur in den USA unterstützt.

Amazon gibt die Beleuchtung mit zwei Monaten an (bei Lichtstärke zehn, WLan aus). Für ein Fazit diesbezüglich ist unser Test noch nicht weit genug fortgeschritten. Die Kollegen von Chip geben 18 Stunden bei maximaler Belastung als Akkulaufzeit an, wesentlich weniger als beim Kindle Touch.

Noch immer ist man mit dem Kindle weitestgehend auf Amazon angewiesen. Eine ePub-Unterstützung fehlt nach wie vor. Damit hat einer der größten Kritikpunkte der Kindle-Gegner weiterhin Bestand. Dafür hat Amazon den Kindle perfekt in das eigene Ökosystem in integriert. Die Shop-Anbindung auf dem Gerät selbst ist vorbildlich, da schnell zu erreichen und einfach zu bedienen.

Fazit: Kindle Paperwhite im Test

Amazons neuer eReader überzeugt in fast allen Bereichen durch sinnvolle Weiterentwicklung. Das Display ist besser, die Beleuchtung eine echte Bereicherung, die Bedienung optimiert und der Seitenaufbau beschleunigt. Der größte Kritikpunkt ist die fehlende Audiofunktion, die den Kindle Paperwhite unnötig einschränkt. Trotzdem hat sich der Kindle Paperwhite unsere Kaufempfehlung redlich verdient – und das keineswegs nur wegen der Beleuchtung. Amazon liefert ein gutes Gesamtpaket ab. Der Kindle Paperwhite ist derzeit ohne Frage einer der besten, wenn nicht gar der beste eReader auf dem Markt.

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Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Ausgereift und solide
  • Sehr preiswert
  • Einfache und intuitive Bedienung
  • Amazon-Cloud
  • Etwas unausgeglichene Ausleuchtung
  • Kein Sound
  • Kein Epub-Support

 

Kurzvorstellung Paperwhite 2 (kein Test)

 

(Bildquellen: Amazon, eigene)

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